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Tagarchiv

Homo Hans im Kapitalismus

Hans im Glück Foto: ©Diana Küster

Reto Finger hat für das Bochumer Schauspielhaus eine moderne Adaption des Grimmschen Märchens Hans im Glück geschrieben. Regisseurin Barbara Bürk brachte die Inszenierung nun in den Kammerspielen zur Uraufführung. Ein szenischer Ritt durch ein Märchen, die Mechanismen des Kapitalismus und eine Arche-Noah-Erlösungsfantasie. von NADINE HEMGESBERG

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Re-Lektüre der Sehnsucht

„Pamir panorama“ von Piero d'Houin Inocybe. Lizenziert unter CC BY-SA 1.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pamir_panorama.jpg#/media/File:Pamir_panorama.jpg

„Reisen heißt leben“, schrieb Andrzej Stasiuk in Fado. „Jedenfalls doppelt, dreifach, mehrfach leben.“ Dieses Leben verbindet er stets mit dem Schreiben. „Wir wandern durch die Welt, um von ihr zu erzählen. Und keineswegs, um sie zu erobern, zu verändern, zu erkennen und zu verstehen, sondern lediglich, um ihre Schönheit zu beschreiben“, heißt es in seinem neuen Werk Der Stich im Herzen. Und so durchmisst Stasiuk wieder die Welt, diesmal den Osten Eurasiens, und aktualisiert damit, in einer leuchtend klaren Sprache, seine Reiseliteratur. von JONAS PODLECKI

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Schrecklicher Roman macht Angst vor viralem Genozid

Ein Virus hat die menschlichen Bewohner der Erde fast völlig ausgelöscht, laut den unsicheren Erzählungen der einfachen Leute hat es nur drei Tage gedauert, bis die Weltbevölkerung auf kaum zwei Prozent reduziert war: Denn nur Menschen mit roten Haaren haben das große Sterben überlebt. MUC, Anna Mocikats Debütroman, spielt ein Jahrhundert nach der Katastrophe im fast vollständig zerstörten und verwitterten München. von ANNA-LENA THIEL

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Von Visionen und Aversionen

Wenn die hohen Ambitionen eines Kulturvisionärs an der Mittelmäßigkeit ihrer Umsetzung scheitern, kommt ein Buch dabei heraus, in dem es um den Wert des Dialogs geht und über das niemand reden möchte. Michael Schindhelms Lavapolis bildet den Ausgangspunkt eines großangelegten transmedialen Projektes, das auch in Form einer Homepage und auf der Biennale 2014 einen Diskurs zu brennenden Fragen in Politik und Gesellschaft anregen soll. Angesiedelt im Raum zwischen Realität, Fiktion und Utopie verspricht dieses soziale Experiment „Möglichkeiten“ zu eröffnen, „Alternativen“ zu erproben. Das Buch allein leistet nichts davon. von ANNA KREWERTH

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Die dunkle Seite des sozialen Zirkus

Im kreativen Zentrum der Welt zu arbeiten, klingt wie ein Traum. Für Mae wird er Realität, denn sie hat einen der begehrten Jobs im „Circle“ ergattert und findet Stück für Stück heraus, dass die Wirklichkeit noch viel besser ist, als sie es sich vorgestellt hat. Sie fügt sich beinahe nahtlos in eine Welt, die geradezu hypersozial ist. Sie zingt, smilet und kommentiert was das Zeug hält, bis sie schließlich das ultimative Ziel erreicht: Transparenz. Alles ist so schön – das Grauen im Schatten der Schönheit dieser Community kann also nicht weit sein. von SOLVEJG NITZKE

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Nie ganz Kunst und nie ganz Leben

Ehegeschichten gibt es viele. Die meisten handeln davon, wie es schief geht. Da ist Eine strahlende Zukunft keine Ausnahme, aber die Art, wie sie schief geht, ist spannend. Irgendwo zwischen Mad Men, American Beauty und Carnage entwickelt Richard Yates hier zwei Lebensgeschichten, die eine Weile gemeinsam verlaufen und das in einer äußerst aufregenden Zeit: Direkt nach dem Krieg scheint jeder Weg in eine strahlende Zukunft zu führen, trotzdem verharren Michael und Lucy lediglich als Zuschauer ihres eigenen. Ein hervorragender Roman – 30 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung nun endlich auch in deutscher Übersetzung. von SOLVEJG NITZKE

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