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Tagarchiv

Das Ungeziefer in dir: Lebst du noch oder krabbelst du schon?

Das Publikum ist dem ukrainischen Regisseur Andriy Zholdak laut eigener Aussage ziemlich egal. Das deutsche Publikum sei ohnehin eines, das ein Stück, das es nicht versteht, gleichermaßen unverständlich wie schlecht findet. Ist das Oberhausener Premierenpublikum von Zholdaks Kafka-Inszenierung der Verwandlung also ein vermeintlich „typisch deutsches“, weil es die Inszenierung weniger mit stehenden Ovationen als mit vereinzelten Buh-Rufen und sichtlicher Irritation und Erregung goutiert: „Unverschämtheit“, „Ich hatte es mir ja schon schlimm vorgestellt, aber das?!“ oder „Ich fand es dermaßen unmöglich.“ Erklärungsversuche. von KATJA PAPIOREK und NADINE HEMGESBERG

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Ein bisschen Faith, ein bisschen Hope

Seit Alice Munro 2013 für ihre Short Stories mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde, scheinen Verlage durch das Veröffentlichen von Kurzgeschichtenbänden englischsprachiger Autoren auf dieser Erfolgswelle mitreiten zu wollen. Wie schön, dass dieser Trend den deutschen Lesern die großartige Grace Paley dadurch näher bringt! von ESRA CANPALAT

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Der letzte Sommer

Urs Faes_Sommer in Brandenburg   Cover Surhrkamp

Sommer in Brandenburg – was sich für heutige Ohren so idyllisch anhört wie eine Fahrt durch die Bronx, ist im Jahre 1938 tatsächlich die Bastion eines trügerischen Friedens. Urs Faes erzählt in seinem neuen Roman von einer Liebe, die angesichts der Tristesse ringsherum nur Augen füreinander hat. von KARIN BÜRGENER

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Unsterbliche Vergangenheit

Katja Petrowskaja geht in Vielleicht Esther den Geschichten ihrer ursprünglich jüdischen Familie auf den Grund: Berichte ihrer Recherchen in Warschau, Mauthausen, Auschwitz und ihrer Heimatstadt Kiew verbindet sie kunstvoll mit eigenen Erinnerungen. Trotz der schweren Thematik gelingt ihr so ein verblüffend leichtgewobenes Textgeflecht – der Versuch, die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts und deren Auswirkungen auf Einzelschicksale in eine dichte, berührende Erzählung zu binden. von LINA BRÜNIG  

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Eine unerhörte Begebenheit

An einem überraschend warmen Herbsttag im November 1938 ist ein Autor mit dem Abfassen eines Briefes beschäftigt, so der Beginn eines starken Stücks Literatur, eines Konzentrats und einer manchmal fast unerträglichen Groteske: Maxim Biller lässt den polnischen Schriftsteller und Maler Bruno Schulz in seiner Novelle Im Kopf von Bruno Schulz von – zugegeben – nicht nur einer unerhörten Begebenheit berichten. von NADINE HEMGESBERG

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