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Tagarchiv

Larger than life

Wolfgang Herrndorf starb im August 2013. Wenige Wochen vor seinem Tod gab er das Fragment Isa zur Veröffentlichung frei, das nun unter dem Titel Bilder deiner großen Liebe erschienen ist. Der unvollendete Roman erzählt, was die Ausreißerin Isa erlebt, bevor sie auf Andrej Tschichatschow und Maik Klingenberg trifft – der Text ist aber kein bloßes Tschick-Spin-Off, sondern eine literarische Supernova. von LINA BRÜNIG

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Von Freiheit und Verlust

Fast täuscht der Titel über die Ernsthaftigkeit der Erzählungen hinweg. Aber Wir haben Raketen geangelt versammelt Geschichten, die nicht bloß in lieben Erinnerungen schwelgen, sondern sich erzählend solchen Situationen annehmen, die zwischen dem Alltäglichen und dem Extremen aufgespannt werden. Indianer und Vespafahrten, Familienportraits und Eremiten sind Themen und formgebende Elemente dieser Kurzgeschichten, denen gemeinsam ist, dass ihre Protagonisten und Erzählerinnen sich der Aufgabe stellen, sich am eigenen (Kinder-)Anspruch zu messen. von SOLVEJG NITZKE

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Wo Himmel und Erde aufeinander treffen

Roland Buti beschreibt eine Welt, die im Begriff ist, vor Hitze zu zerfließen und Konventionen, Traditionen und gewisse Emotionen gemeinsam mit sich in den Untergang zu ziehen. Dieses existenzielle, schriftstellerisch exzellente Familiendrama wurde 2014 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet. von KARIN BÜRGENER

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Standbild eines Männerlebens

Vaterjahre ist der zweite Teil von Michael Kleebergs geplanter Charly-Renn-Trilogie. Der Verlag verspricht ein Buch über den „Weltalltag unserer Epoche“ und die Geschichte eines modernen „Jedermanns“. Gehalten wird das wohl – vom Psychoduell beim Golf bis zum Liebesleben eines Enddreißigers, vom Nazi-Großonkel bis zur angeheirateten DDR-Verwandtschaft. Aber muss man das lesen? Nur das letzte Kapitel, denn der Rest des Romans wird beherrscht von geschwätzigen, langweiligen Passagen. von FABIAN MAY

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Neues von Schnitzler

Eduard Saxberger hatte eigentlich schon vergessen, dass er mal ein Dichter war. Erst der junge Mann, den er eines Tages in seinem Wohnzimmer vorfindet, bringt die Erinnerung zurück. Wolfgang Meier, Vertreter des literarischen Vereins „Begeisterung“, überschüttet den alten Mann mit ebensolcher und weckt in ihm den längst verloren geglaubten Wunsch nach Anerkennung. Schnitzlers nun erstmals veröffentlichte Novelle Später Ruhm nähert sich der Diskrepanz zwischen Dichtung, Kunststreben und Geltungswunsch mit einigem Humor und sieht dank seiner scharfsinnigen Darstellung der Literaturszene der Wiener Moderne alles andere als alt aus. von SOLVEJG NITZKE

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