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Tagarchiv

Neues von Schnitzler

Eduard Saxberger hatte eigentlich schon vergessen, dass er mal ein Dichter war. Erst der junge Mann, den er eines Tages in seinem Wohnzimmer vorfindet, bringt die Erinnerung zurück. Wolfgang Meier, Vertreter des literarischen Vereins „Begeisterung“, überschüttet den alten Mann mit ebensolcher und weckt in ihm den längst verloren geglaubten Wunsch nach Anerkennung. Schnitzlers nun erstmals veröffentlichte Novelle Später Ruhm nähert sich der Diskrepanz zwischen Dichtung, Kunststreben und Geltungswunsch mit einigem Humor und sieht dank seiner scharfsinnigen Darstellung der Literaturszene der Wiener Moderne alles andere als alt aus. von SOLVEJG NITZKE

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Gentrifizierung, interdisziplinär

Bücher und Schallplatten zählen zum unverzichtbaren analogen Inventar von Flohmarktständen, Trödelläden und Haushaltsauflösungslagern. Einen Roman über einen Schallplattenladen müsste also eigentlich etwas Unzeitgemäßes, Nostalgisches, eine morbide Wehmut begleiten. Doch so einfach ist es nicht, nicht nur, weil er vom detailverliebten Sprachvirtuosen Michael Chabon stammt. von KARIN BÜRGENER

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Leipzig liest

Seit Donnerstag lädt die Leipziger Buchmesse zu einem Schaulaufen der Bibliophilen: Verleger, Autoren und diejenigen, die es gerne sein würden, feiern das Buch und seine Vielfalt. In verschiedenen Sachgebieten zeigt die Messe neuen Lesestoff vom Comic bis zum Klassiker und ermöglicht bei zahlreichen Lesungen und in einem spannenden Rahmenprogramm die Begegnung zwischen Leser und Autor.  von LARA THEOBALT

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Auf einen literarischen Windbeutel KW 4

Gestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf ein aufgeblasenes Häppchen, oder – wie man so schön im Nachbarland Österreich sagt – Brandteigkrapferl der vergangenen Woche ein. Setzen Sie sich, es ist genug geschehen in dieser Welt der fanatischen Fanboys und Fangirls, damit wir ein wenig plaudern können: Die Arno-Schmidt-Mania zum 100. von NADINE HEMGESBERG

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Treffen junger Autoren – Dritter Tag

Mittagspause: viel Ping und ein bisschen Pong. Wer nicht ins Schreiben vertieft ist, sitzt in einer Runde im Foyer. Wir diskutieren über Ophelia und Elektra, über das Nacktsein im Kino und das Fleischessen. Wer nicht einmal einen ganzen Tag damit verbracht hat, Gedichte zu schreiben, umzuschreiben, neu zu schreiben, wird nicht verstehen, warum eine Kaffeepause manchmal das Leben rettet und warum man gleichzeitig nach zwölf Stunden Programm wieder an genau diesem Punkt beginnt – bei den eigenen unfertigen Texten. von LARA THEOBALT

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Treffen junger Autoren – Zweiter Tag

„Du sollst nicht vorlesen, du sollst deine Geschichte erzählen“, rät einer der Juroren einem Teilnehmer. Es geht um eine brutale Szene, eine erschütternde Szene, eine Szene, die danach verlangt, das Papier, auf dem sie geschrieben ist, hinter sich zu lassen und sich direkt im Gehörgang des Zuhörers einzunisten. Nicht der einzige Text, der von seinem Vorleser Unmögliches verlangt. von LARA THEOBALT

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