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Tagarchiv

Die (un)spaßige Hitler-Revue

COVER Er ist wieder da Volker Beushausen (1)

Timur Vermes gelang mit seiner Hitler-Satire Er ist wieder da 2012 wahrlich ein Instanterfolg beim deutschsprachigen Publikum und war ein Jahr lang nicht aus der Spiegel-Bestsellerliste zu verdrängen. Einerseits gefeiert, andererseits vom Feuilleton demontiert, knackte Vermes mit seinem Roman und der dazugehörigen Hörbuchfassung mit Christoph Maria Herbst die Millionengrenze der Verkaufszahlen. Zeitgleich mit dem Landestheater Schwaben sicherte sich nun das Landestheater Westfalen die Aufführungsrechte: Regisseur Gert Becker brachte in Castrop-Rauxel eine klamaukig-ernste Hitler-Revue auf die Bühne, die nun auf Tournee geht. von NADINE HEMGESBERG

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Mindestens drei Gründe, Irmina zu lesen

Mit Gift schaffte Barbara Yelin den Durchbruch als Comiczeichnerin. Nun erscheint die erste Graphic Novel, bei der auch das Szenario von ihr stammt: Irmina ist die typisch-untypische Geschichte einer deutschen Frau – beginnend in den 1930er Jahren. Yelin gelingt ein differenziertes Porträt ihrer Protagonistin, das zum Nachdenken anregt. von MONIKA SCHMITZ-EMANS

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Was man (nicht) sehen kann

Ein verschwundener Schatz und eine Verbindung zwischen zwei auf unterschiedliche Weise im Dunkeln gefangenen Jugendlichen, die auf verschiedenen Seiten eines Krieges stehen, für den sie nichts können… Was klingt wie eine gefährlich zum Kitsch tendierende Mischung, verbindet sich in Alles Licht, das wir nicht sehen zu einer ebenso spannenden wie reflektierten Erzählung vom Aufwachsen in der Zeit des Zweiten Weltkrieges und von den alle Ideologien unterlaufenden Gemeinsamkeiten der Menschen. Anthony Doerr findet eine klare Sprache für die Dunkelheit einer Zeit, die von irrem Reinheitswahn beherrscht wurde und dennoch nicht vermochte, alle Hoffnungen auf Zukunft zu ersticken. von SOLVEJG NITZKE

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Das Ungeziefer in dir: Lebst du noch oder krabbelst du schon?

Das Publikum ist dem ukrainischen Regisseur Andriy Zholdak laut eigener Aussage ziemlich egal. Das deutsche Publikum sei ohnehin eines, das ein Stück, das es nicht versteht, gleichermaßen unverständlich wie schlecht findet. Ist das Oberhausener Premierenpublikum von Zholdaks Kafka-Inszenierung der Verwandlung also ein vermeintlich „typisch deutsches“, weil es die Inszenierung weniger mit stehenden Ovationen als mit vereinzelten Buh-Rufen und sichtlicher Irritation und Erregung goutiert: „Unverschämtheit“, „Ich hatte es mir ja schon schlimm vorgestellt, aber das?!“ oder „Ich fand es dermaßen unmöglich.“ Erklärungsversuche. von KATJA PAPIOREK und NADINE HEMGESBERG

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Der letzte Sommer

Urs Faes_Sommer in Brandenburg   Cover Surhrkamp

Sommer in Brandenburg – was sich für heutige Ohren so idyllisch anhört wie eine Fahrt durch die Bronx, ist im Jahre 1938 tatsächlich die Bastion eines trügerischen Friedens. Urs Faes erzählt in seinem neuen Roman von einer Liebe, die angesichts der Tristesse ringsherum nur Augen füreinander hat. von KARIN BÜRGENER

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Über Männer im Wochenbett, Transvestiten und die indische Freiheitsbewegung

Hirschfeld (1868-1935): Der Sexualforscher begibt sich auf Weltreise, um Eherituale, Familientraditionen und Sexualkrankheiten verschiedener Kulturen kennenzulernen. Dabei steht ein Besuch im Prostitutionsviertel von Tokyo oder von Phallussymbolen in Indonesien ganz oben auf der Liste. Zurück in Europa konnte der Vordenker sexueller Bewegungen aus Furcht vor den Nazis nie wieder deutschen Boden betreten. Von MAXI GÖDEL

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