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Tagarchiv

Überall Sterne

#OccupyGezi CC BY-NC-SA 2.0 © flickr-User Wolfgang Sterneck

Mit „Gezi“ verbindet man seit den Protesten im Mai 2013 nicht mehr ausschließlich den städtischen Park in Istanbul, der zwecks der Errichtung eines Einkaufszentrums überbaut werden soll, sondern auch die türkische Freiheits- und Demokratiebewegung. Der binooki-Verlag hat zu diesem Thema eine Anthologie mit 19 türkischen Autorinnen und Autoren auf die Beine gestellt. Herausgekommen ist dabei eine lesenswerte Zusammenstellung von Texten, in denen sich mal ernst, mal ironisch, mal polemisch, mal hoffnungsvoll dem Thema angenommen wird. von ESRA CANPALAT

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Marlene Streeruwitz³

In Die Reise einer jungen Anarchistin in Griechenland erzählt Cornelia Holzinger als Nelia Fehn ihre persönliche Geschichte: scheinbar authentisch, einfach, unmittelbar. Cornelia bzw. Nelia wiederum – und hier beginnt die unterhaltsame Spielerei des Romans schon a priori – ist eine Erfindung der wirklichen Marlene Streeruwitz. Die Autorin schrieb mit Nachkommen (2014) einen Literaturbetriebsroman, in dem die Protagonistin Cornelia für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde – und zwar mit eben dem nun erschienenen Buch. von KERSTIN MERTENSKÖTTER

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Mindestens drei Gründe, Irmina zu lesen

Mit Gift schaffte Barbara Yelin den Durchbruch als Comiczeichnerin. Nun erscheint die erste Graphic Novel, bei der auch das Szenario von ihr stammt: Irmina ist die typisch-untypische Geschichte einer deutschen Frau – beginnend in den 1930er Jahren. Yelin gelingt ein differenziertes Porträt ihrer Protagonistin, das zum Nachdenken anregt. von MONIKA SCHMITZ-EMANS

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Das finnische Königreich – es lebe hoch!

„Finnland. Cool“, lautete der Slogan des skandinavischen Ehrengastes auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2014. Zu Recht: Denn „cool“ ist nicht nur das nordische Klima, sondern auch die moderne und außergewöhnliche Literatur des Landes, wie zum Beispiel die des aus Helsinki stammenden und in seiner Heimat als junger Bestsellerautor gefeierten Tuomas Kyrö. Sein Roman Kunkku handelt vom gleichnamigen Herrscher der letzten finnischen Monarchie – eine Staatsform, die man in der Geschichte Finnlands vergeblich sucht. Vorsicht: Kyrös königlicher und politisch völlig unkorrekter Satireroman ist nichts für Schweden-Fans! von ANNA-LENA BÖTTCHER

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Glitzernde Einzelteile, aber kein Ganzes

Gedankenreich und handlungsarm: Mit Joseph Walsers Maschine legt der portugiesische Autor-Philosoph Gonçalo Manuel Tavares ein weiteres dieser Bücher vor, die lieber parabelhaft-unlesbar bleiben als eine echte Geschichte zu erzählen. Wobei der oft tiefsinnige Unterbau und viele seiner Formulierungen ziemlich brillant und lesenswert sind. von FABIAN MAY

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Von Visionen und Aversionen

Wenn die hohen Ambitionen eines Kulturvisionärs an der Mittelmäßigkeit ihrer Umsetzung scheitern, kommt ein Buch dabei heraus, in dem es um den Wert des Dialogs geht und über das niemand reden möchte. Michael Schindhelms Lavapolis bildet den Ausgangspunkt eines großangelegten transmedialen Projektes, das auch in Form einer Homepage und auf der Biennale 2014 einen Diskurs zu brennenden Fragen in Politik und Gesellschaft anregen soll. Angesiedelt im Raum zwischen Realität, Fiktion und Utopie verspricht dieses soziale Experiment „Möglichkeiten“ zu eröffnen, „Alternativen“ zu erproben. Das Buch allein leistet nichts davon. von ANNA KREWERTH

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