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Tagarchiv

Sie wollen nur eins – dass immer Krieg sei

Arkadi Babtschenko ist der beste zeitgenössische Kriegsschreiber Russlands. In seiner aktuellen Reportage-Sammlung Ein Tag wie ein Leben gibt er ein vielstimmiges Bild davon, was Krieg ist: nämlich, was er mit den porträtierten Soldaten, Söldnern und Folterern macht. Außerdem liefert Babtschenko einen ernsthaften Beitrag zum Verständnis der sogenannten „russischen Seele“. von FABIAN MAY

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Sarrazins Samen trägt Früchte

Am 2. März hielt die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff im Dresdner Schauspielhaus eine Rede, in der sie die moderne Apparatemedizin kritisierte, über die richtige Haltung zum Tod nachdachte – und Kinder, die mithilfe künstlicher Befruchtung auf die Welt gekommen sind, als „Halbwesen“, welche bei ihr „Horror“ und „Abscheu“ hervorriefen, bezeichnete. Der Dramaturg des Hauses antwortete mit einem offenen Brief, weil er die Würde des Menschen angetastet sieht. Ein Kommentar. von LINA BRÜNIG

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Alte Meister, lebende Tote

„Seine Haare waren voller geworden und nicht mehr grau, sondern silbern, er trug ein weißes Hemd, eine navyblaue Krawatte, die Patek Philippe mit Verlagssignet, die ich ihm zur Genesung geschenkt hatte, und obwohl wir immer so formell gewesen waren, konnte diesmal auch Thomas Bernhard nicht anders, er sprang auf und wir schlossen uns fest in die Arme.“ Beim Lesen dieser Worte fällt dem Erzähler in Alexander Schimmelbuschs Die Murau Identität vor Schreck doch fast das Weinglas aus der Hand: Thomas Bernhard lebt. von MARK SCHMITT

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„Ein letzter Triumph des Geistes über das Gemüse“

Paradox für den Leser: Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf ist ein bewegender und innovativer Text – von dem man sich wünscht, der Autor hätte ihn nie verfassen müssen. Denn der Schreibanlass war die Diagnose eines unheilbaren Gehirntumors im Jahr 2010. Nach Herrndorfs Selbstmord im August des vergangenen Jahres erscheint sein Blog nun bei Rowohlt in Buchform.  von LINA BRÜNIG

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Auf einen literarischen Ohitashi KW 48

Gestatten: Hemgesberg. Ich lade Sie hier und heute auf ein asiatisches Häppchen, einen Ohitashi der vergangenen Woche ein – die japanische Salatkreation aus dem Literaturbetrieb. Setzen Sie sich, es ist genug geschehen in dieser Welt der Lebenden und WeihnachtenherbeischreierInnen, damit wir ein wenig plaudern können: Peter Kurzeck verstirbt im Alter von 70 Jahren, in den USA eröffnet die erste, rein digitale Bibliothek und Weihnachten fällt hoffentlich aus. von NADINE HEMGESBERG

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